»Mit meinem Fachwissen gestalte ich die Politik des Landes mit.«

Dr. Nguyen van Huong

Dr. Nguyen van Huong ist promovierter Jurist. Er arbeitet im Referat „Rechtliche Grundsatzfragen der Migration und Integration“ beim Beauftragten des Senats von Berlin für Integration und Migration / Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

Können Sie uns einen kleinen Einblick in Ihre Tätigkeit geben? Sie haben sicher eine ganze Reihe von Aufgaben.

Das ist richtig. Als stellvertretender Referatsleiter habe ich sehr verschiedene Aufgaben. Dazu gehören zum Beispiel konzeptionelle Arbeiten und die Bearbeitung parlamentarischer Vorgänge. Ich berate aber auch ausländische Zugewanderte, Asylberechtigte und Flüchtlinge und koordiniere und berate Verbände von/für/mit Vietnamesen in Berlin. Außerdem bin ich stellvertretendes Mitglied der Berliner Härtefallkommission und übernehme die Vorbereitung und Prüfung von Härtefällen. Und schließlich gehört auch die Ausbildung von Rechtsreferendarinnen und -referendaren dazu.

Welche Ausbildung haben Sie absolviert?

Ich habe ein Hochschulstudium und eine Promotion in der Rechtswissenschaft (Jura) in Deutschland abgeschlossen.

Wie haben Sie zu der Tätigkeit in der Berliner Verwaltung gefunden?

Durch meine Engagements in verschiedenen Bürgerinitiativen und politischen Gremien wurde ich vom Arbeitgeber angeworben.

Wie lange arbeiten Sie schon in der Berliner Verwaltung?

Seit dem 9. Mai 1990.

Haben Sie verschiedene Arbeitsbereiche kennen lernen können?

Ja, das Amt Integrationsbeauftragter des Senats von Berlin ist bekannterweise ein Querschnittsressort, das alle anderen Ressorts in seine Arbeit mit einbezieht.

Was ist das Besondere an der Tätigkeit in der Berliner Verwaltung? Wie „gestalten“ Sie Berlin?

Grundsätzlich „gestalte“ ich Berlin über meine Arbeitsaufgaben. Für mich besteht das Besondere an der Tätigkeit darin, dass der Mitarbeiter mit seinem Fachwissen die Politik des Landes umsetzt und wiederum mitgestaltet. Letzteres erfolgt beispielsweise über meine Vorschläge in Gesetzgebungsverfahren sowohl auf der Landes- als auch auf der Bundesebene. Ich erfahre Erfüllung und Freude insbesondere, wenn ich durch meine Hilfestellungen Migrantinnen und Migranten bei deren Zuwanderung und Integration helfen und damit zur Internationalität und Offenheit Berlins einen persönlichen kleinen Beitrag leisten konnte.

Welche Aufstiegschancen sehen Sie für sich?

Ich bin bereits vom Mitarbeiter zum stellvertretenden Referatsleiter aufgestiegen. Mir sind keine Hindernisse für weitere Aufstiege bekannt.

Haben Sie die Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung?

Der Öffentliche Dienst bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern laufend eine große Menge an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an. Ein Blick in das Fortbildungsprogramm der dem Land Berlin zugehörigen Verwaltungsakademie genügt: http://www.berlin.de/vak/

Spielt Ihr Migrationshintergrund eine Rolle im Arbeitsalltag? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Da Vietnamesisch meine Muttersprache ist, wird sie eingesetzt bei meinen Beratungen für Vietnamesinnen und Vietnamesen, die die deutsche Sprache noch nicht ausreichend beherrschen. Nicht selten bitten mich andere Behörden und Institutionen um Dokumentenübersetzung oder Dolmetschereinsatz. Für meine Kolleginnen und Kollegen bin ich in gewisser Weise ein Experte für Themen mit Vietnambezug. Meine Zusammenarbeit mit der vietnamesischen Community profitiert viel von meinem Migrationshintergrund.